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Zeppelin University

Department: Communication & Cultural Management


Grundlagen kommunikationswissenschaftlichen Denkens: Interpersonale Kommunikation


Protokoll Thema: Interkulturelle Kommunikation Ort: FB 1.04 Datum: 03.11.2008 Zeit: 11.30-13.00 Uhr

Protokollanten: Maximilian Hübner, Tilmann Roth, Fabian Schneider

Semester: Fall Semester 2008 Dozentin: Prof. Dr. Gertraud Koch



I. Thesenpräsentation von Bianca Binz, Julia Maertz und Barbara Zschoch Thema: Interkulturelle Kommunikation


„Intercultural communication is the circumstance in which people from diverse cultural backgrounds interact with one another…” (Porter)


1. Geert Hofstede’s fünf Dimensionen

Distanz zur Macht; Unsicherheitsvermeidung; individualistisch - kollektivistisch; maskuline Orientierung - feminine Orientierung; langfristige Orientierung - kurzfristige Orientierung.


2. Fons Trompenaar’s Dimensionen

Universalismus - Partikularismus; Individualismus - Kommunitarismus; spezifisch - diffus; neutral - affektiv; Erfolg - Schicksal; sequentieller Zeithorizont - synchroner Zeithorizont; Kontrolle des Umfeldes - Kontrolle durch das Umfeld.


3. Hindernisse für Interkulturelle Kommunikation

• kollektivistische - individualistische Kommunikation; starre - flexible Zeiteinteilung zur Kommunikation;

       Ethnozentrismus; „Face to Face“; Stereotyp; Vorurteile.

• Gestaltung der Identität (z. B. Kleidung). • Unterschiedliche Ausprägungen der Identität (z.B. Subkulturen).


4. Transcultural Competence nach Young Yun Kim

• Toleranz; Offenheit für Neues; Flexibilität; Respekt; Anpassungsfähigkeit; Sensibilität; Kreativität. • Bei Leuten zu beobachten, die international unterwegs sind.


5. Anpassung an eine neue Kultur

„Becoming an Insider“: Beobachten der neuen Kultur -> Annahme von Eigenschaften der neuen Kultur -> Verlust der eigenen Kultur -> „Teilwerden“ der neuen Kultur.


II. Diskussion zur Präsentation

1. Welche kulturell verankerten Werte werden beständig weiter existieren? 2. Welches neue Wertesystem wird Kommunikation prägen?

-> Ergänzende Frage: Welche Werte und auf wen beziehen sie sich?

• Es gibt Wertehorizonte, auf denen sich die einzelnen Kulturen bewegen. • Eventuelle Ergänzungen dieser Horizonte möglich/notwendig. • Durch die Medien verbreitete, „kulturfremde“ Werte werden bereits adaptiert. • Individuelle Detailausprägungen der Werte einzelner Kulturen bleiben erhalten.


III. Auseinandersetzung mit Hofstede’s fünf Kategorien

Edward T. Hall & Geert Hofstede waren die Pioniere der interkulturellen Kommunikation.


IBM-Studie von Geert Hofstede

• Bei IBM weltweit: ca. 160.000 Fragebögen im Zeitraum von etwa 10 Jahren. • Faktor Unternehmenskultur herausdividiert (gleiche Rahmenbedingungen).

-> Entwicklung der fünf Kategorien aus der Studie heraus. -> Klassifizierung der einzelnen Nationalkulturen.


Kritische Betrachtung von Hofstede’s Erkenntnissen

• Wenige Kategorien aufgestellt. • Binnendifferenzierung fehlt in der Studie (nur Mittel- und Oberschicht bei IBM), Studie aber durchaus repräsentativ. • Formulierung teilweise misslungen (Gleichberechtigung = feminine Kultur). • Nur Tendenzen, keine absolute Einordnung. • Klassifizierung der Kulturen vergrößert wahrgenommene Distanz zwischen den Kulturen -> beeinträchtigt wirksame,

       interkulturelle Kommunikation.

• Stereotypen als handlungsleitende Motive, gleichzeitig aber stetige Aktualisierung der Stereotypen selbst. • Oft erfolgt eine Überbewertung des Faktors „unterschiedliche Kultur“ im Prozess der interkulturellen Kommunikation.

       -> Studie von Norbert Schroer über Polizeiverhöre:
          Auswertung von Protokollen; reine Betrachtung des Gesprächverlaufs ohne Einbezug der kulturellen Herkunft.
          -> Studie ergab eine Unterscheidung zwischen Migranten (nicht geständig) und Einheimischen (geständig).
          -> unterschiedliche kulturelle Hintergründe der Migranten waren nicht relevant.


IV. Kontakt mit fremden Kulturen

Stadien beim Kontakt mit einer fremden Kultur

Euphorie (Neugier, Versuch sich anzupassen) -> Kulturschock („Warum bin ich hier?“; „Keiner versteht mich.“) -> Überwindung des Schocks (neuer Versuch sich anzupassen; nicht in der Schockstarre verharren).


Interkulturelle Kommunikation im Rahmen der Integration

• Hierarchisierung der Wertigkeit der Kommunikation zwischen einzelnen Kulturen (z.B. Europäer < Nichteuropäer). • Neben interpersonalen Kommunikationsproblemen gibt es auch gesellschaftliche Probleme.

-> Differenzierung der Ebene der „Face-to-Face“ Kommunikation zur Ebene der Kommunikation zwischen Gruppen und deren politischer Partizipation.


V. Fazit

• Auseinandersetzung mit der interkulturellen Kommunikation als wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft. • Aufgreifung der Idee der Transcultural Competence nach Young Yun Kim. • Keine Suche nach weiteren Ausschlussmechanismen, sondern nach Anschlussmechanismen notwendig.