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Thesenpapier zum Thema Klatsch und Tratsch: Kommunikative Gattungen (Simon Kresser)Bearbeiten

basierend auf dem Text von Dr. habil. Hubert Knoblauch, Strukturen der kommunikativen Lebenswelt

BAF.1022, Interpersonale Kommunikation, Fall 2008, Prof. Dr. Getraud Koch

Simon Kresser|CME|20.10.2008

Einleitung

In seinem Text beschreibt Hubert Knoblauch, wie sich durch menschliche Kommunikation bzw. kommunikatives Handeln soziale Strukturen sowie Gemeinschaften herausbilden und welchen Zwängen das Individuum im Alltag ausgesetzt ist. Außerdem wird der gesellschaftliche Wandel von einer großen Gemeinschaft zu einer privaten, kleinen Lebenswelt beschrieben und welche Folgen sich daraus ergeben. Die Arbeit ist Teil Hubert Knoblauchs Buches „Kommunikationskultur- Die kommunikative Konstruktion kultureller Kontexte“ und ist 1995 beim de Gruyter Verlag erschienen. Sie ist in zwei Abschnitte eingeteilt. Zunächst wird die kommunikative Welt des Alltags erläutert, wobei Knoblauch zumeist Bezug auf Arbeiten von Alfred Schütz und Thomas Luckmann nimmt. Im zweiten Teil geht er näher auf Erving Goffmanns Strukturen der Interaktionsordnung ein. In der Vorbemerkung umschreibt Knoblauch bereits die Hauptthese seiner Arbeit. Sie lautet:

These 1: „Menschliche Kommunikation schafft Strukturen, die sich dauerhaft verfestigen und die im Gegenzug auf die einzelnen kommunikativen Handlungen zurückwirken können“ (Knoblauch).

Kommunikatives Handeln vollzieht sich in gesellschaftlich verfügbaren Formen. Aber dieses Handeln verwendet und arbeitet mit diesen Formen intentional. Die Zweiseitigkeit, die kommunikatives Handeln prägt, erzeugt ein Zwischenreich an dem wir alle teilhaben. Die resultierende kulturelle Umwelt wird als kommunikative Lebenswelt bezeichnet. Doch haben die durch Kommunikation gebildeten Strukturen auch Einfluss auf die Kommunikation selbst, was sich in einer ständigen Wechselbeziehung manifestiert.

Die kommunikative Lebenswelt des Alltags Bearbeiten

Die Kommunikative Lebenswelt ist die gemeinsame Umwelt, welche durch die erzeugte Objektivierung, durch die Synchronisierung des Bewusstseins, durch die Koordinierung der Handlung und durch kommunikative Handlungen erzeugt wird.

These 2: „Nur in der Lebenswelt des Alltags kann sich eine kommunikative Umwelt konstituieren“ (Schütz & Luckmann).

Die Lebenswelt des Alltags ist die Welt in die der Mensch eingreifen, die er verändern und in der er wirken kann. Sie unterscheidet sich von den Lebenswelten des Traums, des Theoretisierens und des Phantasierens. Der Mensch kann ausschließlich in der Alltagswelt mit seinen Mitmenschen kommunizieren und zusammenwirken, weil Kommunikation nur in der Wirklichkeit der Außenwelt stattfinden kann, da sie Erzeugendem wie auch Deutendem gleichermaßen zugänglich sein muss. Die Alltagswelt wird durch ihren „auf Wirken, Interaktion und Kommunikation aufbauender realitätskonstituierender Charakter“ (Srubar 1988, 239) geprägt.

These 3: „Interaktionen bedürfen der Objektivierung in einer gemeinsamen, kommunikativen Lebenswelt. Denn Kommunikation gelingt – mittelbar oder unmittelbar - nur, wenn die Handelnden einander eine Gemeinsamkeit des Sinns unterstellen“ (Knoblauch).

„Was in Wirkensbeziehungen als relevant für ihren Ablauf erscheint (z.B. Koordinierung), ist objektivierungs-, d.h. kennzeichnungsbedürftig“ (vgl. Srubar 1988, 235). Kommunikatives Handeln ist ein wechselseitiges Wirkhandeln. Dazu gehört, dass die Objektivationen zunächst der gemeinsamen Wirklichkeit angehören und einen von den Handelnden geteilten Sinn haben. Dies ermöglicht die Koordination von Handlungen.

These 4: „Erfolgreiche Kommunikation ist nur zwischen Personen, sozialen Gruppen, Nationen usw. möglich, die im wesentlichen die gleichen Relevanzsysteme (Deutungsschemata) besitzen“ (Schütz)

Laut Schütz bedarf es zur gelingenden Kommunikation mehrere Ebenen der Gemeinsamkeit. Zunächst wird vorausgesetzt, dass die Objektivationen als Ausdrücke oder als konventionalisierte Bedeutung in der gemeinsamen Erfahrungswelt wahrgenommen werden. Die gemeinsamen Objektivierungen („coordinative devicess“) koordinieren die Handlungen wechselseitig und bilden so durch Verbindung der Motive selbst Gemeinsamkeiten. Daraus resultiert der „Wir“-Begriff nach Schütz. Demnach werden Kommunikationsgemeinschaften gebildet, die Wissen und Bedeutung der Zeichen sowie ihre Relevanz teilen.

These 5: „Das Fundament aller möglichen Kommunikation ist die Synchronisierung der Handlungsentwürfe und die Koordination der Handlungsvollzüge. Das kommunikative Handeln führt so zu einer elementaren sozialen Struktur, der „Gesichtsfeld-Beziehung“ (Schütz).

Kommunikatives Handeln ist ein ständiges wechselseitiges aufeinander Einstimmen, in dem das Individuum die gemeinsame Gegenwart durchlebt. Die „Gesichtsfeld-Beziehung“ setzt voraus, das die Teilnehmenden so lange die Beziehung dauert, Raum und Zeit gemeinsam teilen (Gemeinschaft des Raumes: ermöglicht die Beobachtbarkeit des je anderen Leibes und sie umreißt den Zugang zum gleichen Sektor der Außenwelt für beide). Die gemeinsame Gegenwart wird als „wir“ empfunden. Es ist zu bemerken, dass sich das kommunikative begründete „Wir“ nicht durch Dauerhaftigkeit, sondern durch Unmittelbarkeit auszeichnet (vgl. Schütz / Luckmann). Handlungen müssen demnach nicht auf Dauer gestellt sein, sondern die Fülle körperlicher Zeichen von Angesicht zu Angesicht bilden den Kern des Sozialen. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass sich aus Gesichtsfeldbeziehungen dauerhafte Strukturen ausbilden, da kommunikative Wirkhandlungen Objektivationen erzeugen, die nicht nur in der Umwelt der beteiligten Individuen Anwendung finden, sondern sie auch transsituativ verwendet werden können. Schütz bezeichnet Objektivationen als Konventionen. Konventionen sind Kulturmuster die die Mitglieder einer Gemeinschaft teilen. Die Konventionalisierung bedarf keiner expliziten Übereinkunft sondern sie bildet sich parallel zur Institutionalisierung aus. Somit ist zu sagen, dass Institutionalisierung auf gesellschaftliche Handelsprobleme auf Dauer löst, Konventionen zur Lösung typischer kommunikativer Probleme beiträgt (vgl. Knoblauch, 60).

These 6: „Obwohl das „Wir“ durch die koordinierte Abfolge von Handlungen und geteilten Konventionen zur Kommunikationsgemeinschaft wird, handelt es sich nicht um Gemeinschaften im gängigen Sinne“ (Knoblauch).

Tönnis definiert Gemeinschaft als Netz sozialer Beziehung, das sich durch eine emotional offene Kommunikation mit anderen ausbildet. Seine Stabilität verdankt es nicht ausgebildeter Konventionen, sondern eingespielten Konsens über vorkapitalistische, traditionelle Hierarchien und Ordnung. Doch für Schütz führt die Gemeinsamkeit der Sprache zu keiner Gemeinschaft in diesem Sinne. Er nimmt die Trennung von Gemeinschaft und Gesellschaft (wie z. B. Tönnis und Weber) nicht vor. Stattdessen argumentiert Schütz, dass „Vergemeinschaftende Kommunikation auch in hoch formalisierten, rationalisierten und standardisierten Kontexten vor[kommt], etwa in der Kommunikation zwischen Fachleuten“ (Schütz 1971, 373).

These 7: „Moderne Menschen leben in einer Vielzahl von kleinen Lebenswelten mit je eingeschränkten Festsetzungen, die kaum mehr von intermediären Institutionen aneinandergekoppelt werden“ (vgl. Luckmann).

Die „kleine Lebenswelt“ sind vom Individuum überschaubare Räume, in denen es alltäglich handelt. In früherer Zeit gab es vermehrt intermediäre Strukturen wie z.B. der Adlige als Vertreter des Königs oder der reisende Geschäftsmann der zur Stadt vermittelte, die im Laufe der Zeit zunehmend verschwanden. Das Resultat der Privatisierung besteht darin, dass Bereiche unmittelbarer Kommunikation in starkem Maße von individuellen Interessen und Einstellungen geprägt sind (Bezug zur öffentlichen Ordnung geht verloren). Wissens- und Kommunikationsstrukturen wirken laut Honer als „kultureller Kitt“ und sind von verschiedenen Leitideen bzw. Verhaltensmustern geprägt (z. B. Lebensstile, Geschmacksorientierungen etc.).


Goffmanns Strukturen der Interaktionsordnung Bearbeiten

Die Interaktionsordnung basiert nicht nur auf subjektiven Erfahrungen des Individuums, sondern auch auf typischen Mustern der Kommunikation. „Das Individuum muss die Gesellschaft als dauerndes Ärgernis strategisch bewältigen“ (Hitzler). Der sogenannte „Goffmensch“ taucht immer in gesellschaftlich bestehenden Ordnungszusammenhängen auf und muss abwägen, wie er aus dieser Situation das Beste macht, sich optimal selbst verwirklichen kann und wie er andere von sich und seinen Ambitionen überzeugen kann.

These 8: „Der eigentliche Gegenstand der Interaktion ist nicht das Individuum und seine Psychologie, sondern eher die syntaktische Beziehung zwischen den Handlungen verschiedener gleichzeitig anwesenden Personen; allein der Umstand, dass Individuen interagieren, erzeugt bestimmte Zwänge, die nicht von den Individuen beabsichtigt werden“ (Goffmann).

Goffmann prägt den Begriff des „interactionist view“, eine durch Interaktionen entstandene Ordnung sozialen Handelns. Srubar beschreibt Goffmanns Analysen als ein vom Individuum unabhängiges, sich selbst generierendes Interaktionssystem. Durch die bloße Anwesenheit anderer Individuen entsteht ein Interaktionszwang, der bei unauffälligem und höflichem Ignorieren Unbekannter in der Öffentlichkeit durch „monitoring“ ausgeübt wird. Doch dem Interaktionszwang folgt der Zwang zur Kundgabe der Absichten, welche wiederum den Zwang zur Interpretation beinhalten.

These 9: „Rituale gewährleisten nur noch, dass der eine dem anderen Achtung erweist und sie sichern sich Ehrerbietung und Respekt vor dem in die Interaktion eintretenden Individuum“ (Goffmann).

Die Bedeutung des Rituals hat sich von der symbolischer Repräsentation von Kollektiven (traditionelle Großrituale) hin zur Zelebrierung des Individuums („armselige Variante“) gewandelt. Mit Ritualen wird nicht mehr das gesellschaftliche Kollektiv verehrt, sondern lediglich der Individualismus.

These 10: „Der Kern der sozialen Ordnung, die sich in Interaktionen einstellt besteht in der unmittelbaren Gegenwart“ (Goffmann).

Diese unmittelbare Gegenwart ist auch wesentlicher Bestandteil von Schütz‘ „Begegnung“ (Face-to-face). Auch führen diese wechselseitigen Interaktionen zu eigenständigen und dauerhaften Strukturen. So merkt Goffmann an, dass die unmittelbare Interaktion und deren situative Merkmale die Grundeinheit für die Ausbildung der Strukturen der Interaktionsordnung ausbilden. Dabei richtet er sein Augenmerk auf das Ausmaß an Beteiligung, dass die Handlung auszudrücken scheint und die Regulierungen, der diese Beteiligung unterworfen ist, als einen Hinweis dafür, in welchem Maße sie von der Zusammenkunft und der sozialen Situation als einer eigenständigen Wirklichkeit geleitet wird. Goffmans Interaktionsordnung lässt sich also analog zu Schütz‘ alltäglicher Lebenswelt der Gesichtsfeldbeziehung verstehen. Darin werden soziale Handlungen unmittelbar und wechselseitig ausgeführt. Als Grenzen der Unmittelbarkeit werden das Telefonieren bzw. das Briefeschreiben genannt.

These 11: „Die Interaktionsordnung besteht aus jenen kleinen Räumen, die aus der Interaktion in gemeinsamer Gegenwart entstehen“ (Knoblauch).

Die anwesenden Personen werden von einer bloßen Ansammlung in eine kleine Gesellschaft oder Gruppe oder soziale Organisation verwandelt. Durch die Anpassung an den geänderten Umstand und die dadurch veränderte Verhaltensweise entsteht ein soziales System.Traditionelle Formen der Vergemeinschaftung wie z.B. Familie oder die Nachbarschaft gelten als besondere Formen der Interaktionsordnung.

These 12: „Die soziale Sitaution ist die zentrale Bezugsgröße der Interaktionsordnung“ (Knoblauch).

Situationen beginnen dann, wenn es gegenseitige Aufmerksamkeit gibt („monitoring“) und sie enden wenn die vorletzte Person gegangen ist. In sozialen Situationen sind grundsätzlich zwei oder mehr Personen anwesend. In diesen Situationen zeigen sie ihre Aufmerksamkeit und Anteilnahme, hier findet die Koordination von Handlungen statt, und hier sind ihre Körper verletzlich (vgl. Goffmann). „Encounters“ („face engagement“) bzw. Zusammenkünfte bezeichnen jene Konstellationen, bei denen ein kleiner Kreis von Teilnehmern zu einer ausdrücklichen gemeinsamen Unternehmung zugelassen wird. Diese reichen von höflicher Gleichgültigkeit („civil inattention“), dem beiläufigen Übersehen anderer an öffentlichen Plätzen bis zur fokussierten Interaktion (vgl. Knoblauch). Feierliche oder zeremonielle Veranstaltungen, die aus besonderen Gründen stattfinden, Zulassungsbeschränkungen aufweisen und sich durch eine Reihe von Zusammenkünften und Ereignissen auszeichnen, gelten als die größte Form der sozialen Situation.

These 13: „Schnittstellen zwischen Interaktionsordnung und Gesellschaftsstruktur liegen dort, wo Handlungen, Personal oder Sinn sozialer Situationen Auswirkungen auf die Organisation der Gesellschaft haben“ (Knoblauch).

So wie soziale Organisationen Ordnungskräfte an öffentlichen Plätzen interaktiv für Ruhe und Ordnung sorgen lassen können, so kann auch durch Demonstrationen oder „sit-ins“ die Ordnung interaktiv verändert werden. Außerdem stellen organisatorisch relevante Personen ebenfalls Schnittstellen dar, da sie für die soziale Organisation eminent wichtig sind. Außerdem gibt es lockere Bindungen zwischen den beiden Ordnungen (z. B. vom Sie zum Du).

Fazit

Hubert Knoblauch stellt die Strukturen der kommunikativen Lebenswelt ausführlich und logisch dar. Er untermauert seine Argumente hauptsächlich mit den Theorien von Erving Goffmann und Alfred Schütz. Es lässt sich abschließend festhalten, dass jede Gemeinschaft auf kommunikativem Handeln basiert, also die Kommunikation die Grundlage für aller sozialen Beziehungen bildet.


Thesenpapier zum Thema Klatsch und Tratsch: Kommunikative Gattungen (Florian Mohr) Bearbeiten

basierend auf dem Text von Dr. habil. Hubert Knoblauch, Strukturen der kommunikativen Lebenswelt

BAF.1022, Interpersonale Kommunikation, Prof. Dr. Getraud Koch

Florian Mohr|CME|Fall 2008|20.10.2008


Einleitung:

Hubert Knoblauch stellt in diesem Kapitel vor, wie Individuen untereinander Kommunizieren und welchen Reizen und Zwängen sie dabei ausgesetzt sind. Er zeigt ebenfalls wie sich das Phänomen der „Grüppchenbildung“ im Kommunikativen Kontext vollzieht. Es wird der Gesellschaftliche Wandel von einer dauerhaften großen Gemeinschaft hin zur individualisierten kleinen Lebenswelt einzelner dargestellt.


1. Die Lebenswelt des Alltags zeichnet sich durch Kommunikation aus und bildet somit das Zentrum der Sozialwelt.

Nur in der kommunikativen Lebenswelt des Alltags lässt sich eine gemeinsame Kommunikative Umwelt konstruieren im Gegensatz zu Situationen wie: Traum Phantasie und Theorie. Koordination relevanter Aspekte von sozialen Wirkhandlungen wird durch Objektivierung geleistet, die zwar die Appräsentationsleistung (Mitvergegenwertigung) des Bewusstseins voraussetzen, aber erst durch intersubjektives Auftreten in der Alltagswelt wirklich werden.


2. Um erfolgreich zu Kommunizieren ist es notwendig, dass die Beteiligten eine Gesichtsfeld-Beziehung („WIR“) eingehen und über gleiche Relevanzsysteme (Deutungsschemata) verfügen.

Mit einer Gesichtsfeld-Beziehung ist hier gemeint, dass die Individuen sich während ihrer Beziehung Raum und Zeit teilen müssen. Sie gehen dabei ein „WIR“ ein und bilden eine Kommunikationsgemeinschaft. Dabei müssen sie über gleiche Relevanzsysteme verfügen, ihre Motive (Interessen) müssen sich verzahnen.


3. Die moderne Gesellschaft splittert sich in viele kleine (kommunikative) Lebenswelten auf.

Während früher die traditionelle „kleine Lebenswelt“ eine dauerhafte Gemeinschaft darstellte, die mit mehr oder weniger ausgeprägten intermediären Strukturen (der Adelige als Vertreter des Königs, der reisende Geschäftsmann der zur Stadt vermittelte) leben moderne Menschen in einer Vielzahl von kleinen Lebenswelten mit je eingeschränkten Zwecksetzungen, die kaum mehr von intermediären Institutionen aneinandergekoppelt werden.


4. Jedes Individuum ist an eine „Interaktion“ lediglich angekoppelt.

Dadurch, dass die Individuen untereinander interagieren, erzeugen sie bestimmte Zwänge. Dieser Interaktionszwang wird durch Interaktionsregulative gesteuert, also den Formen des rituellen Austauschs (Fragen und Antworten), die eine sinnhervorbringende Verkettung von Ausschlüssen bildet. Das Individuum ist also genötigt sich zum Beispiel innerhalb einer Konversation sich bestimmten Regeln und Verhaltensweisen anzupassen.


5. Mit Ritualen wird in der heutigen modernen Gesellschaft nicht mehr das gesellschaftliche Kollektiv verehrt sondern der Individualismus verehrt.

Während früher Rituale zelebriert wurden, sind heute nur noch kleine Rituale der Höflichkeit und des Respekts vorhanden. Deswegen gewährleisten Rituale nur noch, dass „der eine dem anderen Achtung erweist“ und sie sichern Ehrerbietung und Respekt vor dem in die Interaktion eintretenden Individuum.


6. Die wechselseitige Interaktion von Individuen führt zu einem Fließen und Pulsieren, welches die Menschen verkettet.

Durch den ständigen Austausch von Individuen bilden sich soziale Beziehungen und andere soziale Strukturen (Verein, Betrieb). Alle großen Organisationen leben von unmittelbaren, zwischen Individuum und Individuum stündlich hin und her gehenden Wechselwirkungen. Diese Interaktiven Einheiten bilden gewissermaßen die formalen Räume des Alltags. Dadurch entstehen sogenannte Interaktionsordnungen. Ein Beispiel hierfür bildet die Nachbarschaft oder die Familie sie bilden formen der Vergemeinschaftung als besondere Ausprägung der Interaktionsordnung.


7. Die soziale Situation zeichnet sich durch eine „Präsenz“ aus: sie ist allein den nackten Sinnen der Beteiligten zugänglich. Situationen setzen dann ein, wenn es gegenseitige Aufmerksamkeit (monitoring) gibt und sie ende, wenn die vorletzte Person gegangen ist. (Gofmann)

Hier schildert Goffman das jedes Individuum selbst bestimmen kann wann es kommuniziert. Grundvoraussetzung ist natürlich ein oder mehrere Partner um zu kommunizieren. Dieses fängt bei der „höflichen Gleichgültigkeit“ an und endet bei der fokussierten Interaktion.


8. Sprache erleichtert die Koordination von Interaktion, dennoch haftet an allen Interaktionen wesentliche Züge des Kommunikativen Handelns.

Goffman eröffnet neben der Sprache zwei weitere Ebenen der Kommunikation, nämlich die des kommunikativen Handelns im „engeren und im weiteren Sinne“. Diese beiden Ebenen sind unumgänglich um zu kommunizieren. - Kommunikatives handeln im „engeren Sinn“: Symbole und Zeichen die unbedingt nötig sind um Informationen zu vermitteln. - Kommunikatives Handeln im „weiteren Sinn“: Dies sind Handlungen, die andere als symptomatisch für den Handelnden sehen. Ein Beispiel hierfür ist, das Überspielen von Unsicherheit. Durch eine bestimmte Gestik versucht der Handelnde seine Unsicherheit zu überspielen, diese wird aber von den Zuhörern genau als solche bewertet.


9. „Schnittstellen“ zwischen Interaktionsordnung und Gesellschaftsstruktur liegen dort, wo Handlungen, Personal oder Sinn sozialer Situationen Auswirkungen auf die Organisation der Gesellschaft haben“(Gofmann)

Ein Beispiel für diese These ist der Hitlergruß. Man kann nicht genau sagen aus welchem kommunikativen System er stammt. Es lässt sich nicht klar zuordnen welches der beiden Systeme nun gilt. Jedes besitzt eine gewisse Gültigkeit. Die Gesellschaftsstruktur hat es so vorgeschrieben und es haben sich ebenfalls Zwänge zu einer Interaktionsregulative entwickelt und somit zu einer Interaktionsordnung. Beide Systeme haben also ihre Gültigkeit.


FAZIT:

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Knoblauch sehr plastisch die Strukturen der kommunikativen Lebenswelt darstellt. Durch die Zitate der anderen Wissenschaftler eröffnet er ein breites Spektrum an Meinungen. Knoblauch gliedert den Text in einer sinnvollen Weise und erleichtert so die Übersicht. Dennoch ist der Einsatz der Zitate nicht immer gelungen, da manchmal nur Fragmente eines Satzes eingebaut werden, die die Übersichtlichkeit und das Verständnis nicht gerade fördern. Abschließend lässt sich sagen, dass Knoblauch einen sehr interessanten Einblick in die Strukturen der kommunikativen Lebenswelt liefert.



Thesenpapier von Anna Lobkowicz, Dr. habil. Hubert Knoblauch: Strukturen der kommunikativen Lebenswelt, S51 -71 Bearbeiten


Fortwährend knüpft und löst sich und knüpft sich von neuem die Vergesellschaftung unter den Menschen, ein ewiges Fließen und Pulsieren, das die Individuen verkettet, auch wo es nicht zu eigentlichen Organisationen aufsteigt. Daß die Menschen sich gegenseitig anblicken, und dass sie einander Briefe schreiben und miteinander zu Mittag essen- all die tausend von Person zu Person spielenden momentanen oder dauernden, bewusst oder unbewußten, vorüberfliegenden oder folgenreichen Beziehungen, knüpfen uns unaufhörlich zusammen. Georg Simmel


EinführungMenschliche Kommunikation schafft Strukturen, die sich dauerhaft verfestigen und im Gegenzug auf die einzelnen kommunikativen Handlungen zurückwirken können.“

Dies ist die Hauptthese von Dr. Hubert Knoblauch in dem von uns behandelten Teil seines Buches „ Kommunikationskultur- Die kommunikative Konstruktion kultureller Texte“. Dr. Knoblauch versucht anhand seiner Theorien verschiedenste Merkmale zu typologisieren, die historisch gesehen, zu den heutigen Formen unserer Kommunikation geführt haben. Er beschreibt die verschiedenen Ansätze einer gut funktionierenden Kommunikation und geht näher ein auf Goffmann’s Strukturen der Interaktionsordnung und dessen Schnittpunkt mit Sozialstrukturen.



Die Kommunikative Lebenswelt des Alltags

1. These: „Durch Kommunikation gelangen Absichten sozialer Handlungen an die „Öffentlichkeit“ und werden so erst sozial „wirk“lich.“ Knoblauch

Durch die direkte Kommunikation mit den Mitmenschen wird die zwischenmenschliche Ebene mit Leben erfüllt. Die Beteiligten agieren als Akteure, verfolgen ihre Ziele und Absichten und zeigen dies nicht nur durch ihre Sprache sondern auch durch Laute, Gestik und Mimik. Genau diese Faktoren der Kommunikation verhindern, dass unsere Aussagen jemals die wirkliche Vernunft oder Objektivität annehmen, die wir gerne in ihr sehen wollen. Egal wie sehr wir versuchen Dinge ohne eigene Beweggründe auszudrücken und zu verfolgen, ist dies nicht möglich, denn es ist menschlich. Allerdings ist die Kommunikation nicht nur von natürlichen Anlagen beherrscht, sondern die Art wie und was jemand kommuniziert, hat zum großen Teil damit zu tun in welcher Kultur er aufgewachsen ist.

2. These: „Kommunikatives Handeln ist von einer Zweiseitigkeit geprägt und erzeugt ein Zwischenreich, an dem wir alle teilhaben und in dem doch niemand so recht heimisch werden mag.“Knoblauch

Die Zweiseitigkeit kommunikativen Handelns besteht auf der einen Seite aus dem Zwang, sich den jeweiligen Umwelten anzupassen um Kommunikation überhaupt möglich zu machen, auf der anderen Seite kreieren wir ja genau diese Umwelten, die uns dann zu weiteren Handlungen einen gewissen Kontext vorgeben, an den man sich zu halten hat. Diese Umwelten bezeichnen wir in diesem Zusammenhang als kommunikative Lebenswelten. Genau jene Lebenswelten sind nicht nur Mittel unserer Kommunikation, sondern auch Produkt und am Ende sind sie das Ziel. Hierbei müssen wir zwischen verschiedenen Kontexten unterscheiden, da dieselbigen genauso vielfältig sind, wie die verschiedenen Formen der menschlichen Kommunikation.


3. These: „Nur in der Lebenswelt des Alltags kann sich eine gemeinsame kommunikative Umwelt konstituieren. “Schütz/ Luckmann

Die Lebenswelt des Alltages ist die einzig wirkliche. Sie ist realer wie die des Träumens oder des Theoretisierens, weil nur hier die Menschen miteinander kommunizieren. Nur hier kann der Mensch sich verständigen mit seinen Mitmenschen und mit ihnen zusammenwirken. Die eine Person mag sich zwar als den Mittelpunktes dieser Lebenswelt verspüren, aber das wirkliche Subjekt ist die face to face relationship die er mit seinen Mitmenschen führt. Eben diese face to face relationships sind nur ausführbar in der Lebenswelt des Alltags.


4. These: „Die Appresentation ist vor allem die Leistung eines wirkenden, zeitlichen und durch Sozialität und Reflexivität gekennzeichneten Menschen.“ Scrubar

Schütz betrachtet die Appresentation (also wie sich ein Mensch vor seiner Umwelt präsentiert ) nicht als ein negatives Theater spielen , sondern als ein notwendiges Mittel der Kommunikation. Wenn ein Mensch bedacht, aufgrund einer objektiven Sicht auf sein Umfeld, sich bis zu einem gewissen Grad anpasst, dann tut er dies nur um die Kommunikation möglichst effizient zu gestalten und um eine Unterhaltung nicht auf einem einseitigen Niveau zu halten, sondern es zu erhöhen, auf ein Level wo wechselseitiges Wirkhandeln aufgrund eines geteilten Sinnes möglich ist.

5. These: „Kommunikation gelingt- mittelbar oder unmittelbar- nur, wenn die Handelnden einander eine Gemeinsamkeit dieses Sinns als Wirkend-Kommunizierende unterstellen.“ Knoblauch

Nach der Theorie von Schütz bedarf es verschiedener Ebenen der Gemeinsamkeit, damit die Kommunikation anständig gelingt. Zum einen muss man davon ausgehen können dass die Gesprächspartner dasselbe Deutungsschemata, aufgrund einer gemeinsamen kulturellen Erfahrungswelt, nutzen um jegliche Zeichen innerhalb eines Gespräches gleich oder zumindest ähnlich zu interpretieren. Diese sogenannte „ coordination devicess“ ermöglichen eine Verzahnung der Motive und schaffen neue Gemeinsamkeiten aus denen ein Wir Gefühl entsteht.

6. These: „Diese Beziehung wird durch die reziproke Teilhabe am Erlebnisfluß des anderen in der inneren Zeit hergestellt, indem man eine gemeinsame lebendige Gegenwart durchlebt und indem man dieses Zusammensein als ein „wir“ empfindet.“ Schütz

Seiner Meinung nach führt kommunikatives Verhalten zu einer sozialen Struktur die er die „ Gesichtsfeld-Beziehung“ nennt. Sie setzt voraus, das solange eine Beziehung dauert (sie kann auch nur ein flüchtiges Gespräch auf der Straße sein) die Teilnehmenden einen Raum teilen und so aufgrund von Leibhaftigkeit Ähnliches in das Gespräch interpretieren . Aus diesen Gemeinsamkeiten entwickelt sich eine soziale Struktur, die wenn eine gewisser Zeitrahmen erfüllt ist, eine historische Dimension annimmt und sich Strukturen so zu Ritualen festigen .

7. These: „Die kommunikativen Handlungen müssen nicht erst auf Dauer gestellt sein, um eine solche Beziehung zu begründen.“ Knoblauch

Das WIR einer Beziehung zeichnet sich nicht durch seine Dauerhaftigkeit, sondern durch Unmittelbarkeit aus. Diese einfachen Begegnungen können dennoch der Stamm zur Habitualisierung von Interaktionen zu dauerhafteren Strukturen sein. Diese nennen wir nun Konventionen, welche eben nicht nur in der gemeinsamen Umwelt, sondern auch transsituativ – also in anderen Situationen- verwendet werden können.


8. These: „Konventionen beziehen sich auf bestimmte zeichenhafte Koordinierungsmittel, die in einem bestimmbaren Kreis an Akteuren zur Regelung eines Wiederkehrenden Problems der Handlungskoordination eingesetzt werden.“ Knoblauch

Konventionalisierung ist hilfreich um typische Lösungen für Kommunikationsprobleme wiederholt nutzen zu können. Kommunikatives Handeln der vorherigen Generationen erfährt durch Konventionalisierung eine historische Dimension und wird als solche anerkannt. Die Grundlage ist Synchronisierung der Handlungsentwürfe und Koordination der Handlungsvollzüge. Aus diesen Faktoren entsteht ein starkes Wir Gefühl und diese gängigen Konventionen sollten zu einem stimmigen Zusammenleben führen( einer Gemeinschaft / Gesellschaft etc.).

9. These: „Vergemeinschaftende Kommunikation kommt auch in hochformalisierten, rationalisierten und standardisierten Kontexten vor, etwa in der Kommunikation zwischen Fachleuten. “Schütz

Der Begriff Gemeinschaft sollte nicht idealisiert werden, sondern muss durch die Augen von Schütz gesehen betrachtet werden, da er eine Trennung zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft für nicht notwendig hält. Dennoch erleichtert eine gewisse Gemeinsamkeit den Verkehr innerhalb einer Gruppe und nach unseren Erfahrungen gibt es bestimmt mehr Gemeinsamkeiten in einer Gruppe von Freunden wie mit einigen Geschäftspartnern.

10. These: „Kleine Lebenswelten sind jene vom Individuum überschaubare Räume ,in denen es alltäglich handelt.“ Benita Luckmann

Diese kleinen Lebenswelten beschreiben Vergemeinschaften(ungen) die sich durch Unmittelbarkeit auszeichnen. Luckmann stellt eine historische Veränderung fest. Früher waren diese kleinen Lebenswelten dauerhafte Gemeinschaften, die durch recht ausgeprägte intermediäre Strukturen, wie z.B. der Adelige als Vertreter des Königs, mit der Gesamtgesellschaft verbunden waren. Da diese vermittelnde Strukturen größtenteils entfernt wurden, leben die heutigen Menschen in vielen kleinen Lebenswelten und diese Strukturen wurden sozusagen privatisiert, da die meisten Bereiche unmittelbarer Kommunikation stark von individuellen Interessen und Einstellungen geprägt sind.

Goffmans Strukturen der Interaktionsordnung

11. These: „Der eigentliche Gegenstand der Interaktion ist nicht das Individuum und seine Psychologie, sondern eher die syntaktischen Beziehungen zwischen Handlungen verschiedener gleichzeitig anwesender Personen.““ Goffman

Goffmann sieht nicht das Individuum als das Zentrum oder überhaupt als einen entscheidenden Teil von Interaktionen. Es ist lediglich ein Teil einer Lebenswelt (interactionist view), das kommuniziert oder allein durch seine Anwesenheit dazu gezwungen wird.

12. These: „ Das Individuum ist an die Interaktionen bloß „angekoppelt“; allein der Umstand, dass Individuen interagieren, erzeugt bestimmte Zwänge, die nicht von den Individuen beabsichtigt werden.“ Scrubar

Das Individuum steht unter Interaktionszwang- der beginnt sobald min. zwei Gestalten sich wahrgenommen haben „ monitoring“ -, woraus wie beim Schneeballeffekt mehrere Aktionen hervorgehen. Dem Interaktionszwang folgt ein Zwang, die eigenen Absichten preiszugeben und daraus wiederum folgt der Zwang eben diese Absichten zu interpretieren.

13."Mit Ritualen werden nun nicht mehr das gesellschaftliche Kollektiv verehrt, sondern der Individualismus. " Knoblauch

Goffmann spricht hier ganz bewusst über eine historische Verwandlung. Wo früher noch Rituale dienten um z.B. Königen Respekt zu erweisen, sind Rituale heute nur „eine armselige Variante“ dazu und dienen lediglich dazu Respekt und Ehrerbietung einem Mitmenschen zu erweisen. Siezen wir jemanden, weil wir ihn gerade erst kennen gelernt haben, ist es ein typisches Ritual. Man erweist dem Unbekannten durch einen diese Höflichkeit gebührenden Respekt.

14. These: „Alle jene große Systeme und überindividuellen Organisationen, an die man bei dem Begriff der Gesellschaften zu denken pflegt, sind nichts anderes als Verfestigungen- zu dauernden Rahmen und selbständigen Gebilden- von unmittelbaren, zwischen Individuum und Individuum stündlich und lebenslang hin und her gehenden Wechselwirkungen.“ Simmel

Inzwischen ist uns klar, dass Interaktionen Strukturen ausbilden, neu ist innerhalb dieser These aber der Ansatz Goffmanns, dass die soziale Handlung an sich unwichtig ist und nur einen Wert hat, sofern sie Teil einer Interaktion ist. Interaktionen lenken die Aufmerksamkeit der Beteiligten und bilden Kontexte aus, die allerdings räumlich und zeitlich begrenzt sind ( boundary markers). Dadurch bekommen diese Interaktionen einen episodischen Charakter und sind unabhängig von anderen Situationen( naturally bounded units).

15. These: „Denn die Interaktionsordnung besteht aus jenen kleinen Räumen, die aus der Interaktion in gemeinsamer Gegenwart entstehen.“ Knoblauch Für Beteiligte ist eine Interaktionsordnung der formale Rahmen ihres Alltags, in dem sie wirklich mit anderen Menschen kommunizieren. Wenn mehrere Menschen anwesend sind, bilden sie automatisch eine Art Gruppe und alle Beteiligten passen mehr oder weniger ihre Verhaltensweisen dieser Situation an, wodurch ein soziales System gebildet wird. Familien oder Nachbarschaft sind eine besondere traditionelle Form einer Interaktionsordnung.

16. These: „Die soziale Situation zeichnet sich durch eine „Präsenz“ aus: sie ist allein den nackten Sinnen der Beteiligten zugänglich.“ Knoblauch

Die „soziale Situation“ ist Goffmann’s Beschreibung des Umfeldes einer Interaktion. Soziale Situationen müssen mindestens zwei Personen enthalten, um ein Wirkwechsel möglich zu machen, setzen dann ein, wenn beide Personen sich gegenseitig beachten (monitoring) und endet, wenn die vorletzte Personen den Raum verlassen hat.

Schnittstelle zwischen Interaktionsordnung und Sozialstruktur

17. These: „Schnittstellen“ zwischen Interaktionsordnung und Gesellschaftsstruktur liegen dort, wo Handlungen, Personal oder Sinn sozialer Situationen Auswirkungen auf die Organisation der Gesellschaft haben.“ Knoblauch

Eine Schnittstelle sind die sogenannten „people-processing-encounters“, welche die Situation beschreiben, dass eine Person aufgrund ihres Verhaltens eine spezielle Rolle innerhalb ihrer Firma bekommt, was ernsthafte Komplikationen für die Firma mit sich bringt, wenn der Person die wahren Kompetenzen fehlen. Auch Selektionsprozesse zwischen Geschlechtern, Milieus oder Altersgruppen (quiet sorting) ist ein Feld, wo sich aufgrund von Vorurteilen ernsthafte negative Folgen entwickeln können für eine Firma. Diese Schnittstellen sind also Momente wo ein Individuum durch sein Verhalten innerhalb eine sozialen Situation gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft hat. Z.B. Präsident Bush und sein Sexskandal.

Fazit

Meiner persönlichen Meinung nach hatte Dr. Knoblauch mehr Respekt für die mittelalterlichen Zeiten oder zumindest jene die hierarchisch klarer strukturiert waren, denn er betont öfters, dass die heutige Kommunikation ein „armseliger Vergleich“ zu damals ist. Andererseits bezieht er sich mehrmals auf die Unmittelbarkeit einer Interaktion und begründet somit die Wichtigkeit der Wirklichkeit des Alltages. Nur hier kommunizieren wir mit unseren Mitmenschen, es ist die einzige Welt in der wir nie alleine sind , ob wir es wollen oder nicht. Gleichzeitig ist gegen Ende die Verbindung mit dem Thema „Klatsch und Tratsch“ eher ersichtlich wie am Anfang. Innerhalb dieser Lebenswelten passieren Austäusche über Menschen und gleichzeitig könnten dadurch Schnittstellen von einer Interaktionsordnung und Sozialstrukturen kreiert werden. Wie z.B. das Gerücht über einen Fernsehmoderator namens Andreas Türck. Es ging in den Zeitungen um, dass er jemanden vergewaltigt hätte, und obgleich eine Woche später diese Vorwürfe aufgehoben wurden, ist er aufgrund seiner Rufschädigung komplett aus dem Fernsehbuisness vertrieben worden. Generell hat Dr. Knoblauch einige erstaunlich praktische Ratschläge aufgewiesen, die auch heute noch dienlich sein könnten um die Kommunikation mit unseren Mitmenschen zu verbessern.