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Protokoll | Interpersonale Kommunikation | Prof. Dr. Gertraud Koch

Sitzung 27.10.2008 | Florian Mohr; Dominic Ottlinger

Nonverbale Kommunikation: Man kann nicht - nicht kommunizieren Vorstellung des Thesenpapiers: Caroline Kapp; Ferdinand Hammerle


Thesenpapier: Bearbeiten

Kommunikation findet zu 93 % nonverbal statt; nur 7 % auf sprachlicher Ebene.


Folgende nonverbale Möglichkeiten sind die bedeutsamsten:


Berührung

Finden vor allem in Beziehungen oder Freundschaften statt, welche dann ein positives Empfinden ausdrücken.


Mimik

Dieses Element der nonverbalen Kommunikation variiert sehr selten zwischen verschiedenen Kulturen; z.B. im Vergleich zur Gestik.

Die Elemente Augenkontakt, Gestik, Haltung, Empfindung von Distanzen im Raum und Vokalisierung (Stimmenerhebung) können in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen haben.

Nonverbale Kommunikation im Alltag

Nonverbale Kommunikation bildet den Hauptbestandteil der Alltagskommunikation; vieles wird dabei ganz unbewusst kommuniziert. Die Art und Weise kann sich kulturell bedingt zwischen einzelnen Völkern unterscheiden. Nonverbale Symbole können nach Morris Gruppenzugehörigkeit erzeugen, Beispiel dafür ist ein Haus oder ein Auto. Solche Symbole können Status oder Familienzugehörigkeit ausdrücken.

Kleidung und Verbrauchsgüter als nonverbale Kommunikationselemente

Durch nonverbale Symbole können sich Subgruppen nach außen hin identifizieren; auch die individuelle Entwicklung von Persönlichkeit ist davon betroffen, im positiven als auch im negativen Sinne. Nach Slater können Verbrauchsgüter zudem Geschmack uns Stilempfinden kommunizieren. Durch den Verbrauch von Gütern grenzen sich höher gestellte Schichten in ihrem Konsumverhalten ab; sie kommunizieren Wettstreit zwischen den Schichten. Die ausgewählten Güter der Konsumenten bildet ein System, das von der Umwelt aufgenommen wird. Werbung repräsentiert Werte und Lebensstile, die auf Güter bezogen werden; manche Güter kommunizieren auch den so genannten Snob Effekt. Solche Güter müssen exklusiv bleiben um von den Konsumenten weiterhin genutzt zu werden.


Diskussion zum Thesenpapier: Bearbeiten

Beeinflusst Werbung unser Stilempfinden, bzw. unsere Persönlichkeit nachhaltig?

In der Diskussion kam heraus, dass es zwei Seiten gibt. Die Werbung ist auf der Suche nach Zielgruppen, die auf ihre Werbung anspringen. Das Individuum wählt eine Werbung aus, wenn es sich der Werbung anschließen will. Jede Seite passt sich schließlich der anderen in einer gewissen Form an. Es ist also eine gegenseitige Anpassung und nicht nur eine einseitige.


Was kam zuerst: Konsumverhalten oder Gruppenzugehörigkeit?

Schon am Anfang der Diskussion hat sich herausgestellt, dass es bei dieser Frage keine konkrete Antwort gibt (Henne-Ei Problematik). Dieses Problem wurde versucht zu lösen, in dem man es an einem konkreten Beispiel aufhängt. Als Modellsituation wurde das Konsumverhalten von Individuen genannt. Ein Beispiel hierfür bilden Menschen, die Bio-Eier kaufen. Diese zeigen damit, dass ihnen Tiere etwas bedeuten und sie mit der Kaufentscheidung ein Zeichen setzten. Dies muss nicht unbedingt bewusst geschehen. Die Gruppenzugehörigkeit durch die Auswahl der Produkte ist oft unbewusste nonverbale Kommunikation. Ein weiteres Beispiel stellt Kleidung dar. Streng nach dem Motto „Kleider machen Leute“, kann die Kleidung die soziale Stellung in der Gesellschaft und die Zugehörigkeit einer Gruppe symbolisieren. Jedoch kommt es immer auf das jeweilige Sinus Milieu an. In manchen Milieus gibt es den Drang sich gegenüber anderen abzuheben oder sich anderen anzupassen. Jedoch kann der Versuch, sich einem anderen Milieu anzupassen auch einen Bruch verursachen. Es kann jedoch auch zu einer Wechselwirkung zwischen Konsum- und Körperverhalten kommen. Wenn bspw. in einem Call-Center plötzlich eine Kleiderordnung eingeführt wird und ein Mitarbeiter nicht mehr im Jogginganzug zur Arbeit kommt, kann sich das auf seinen Umgangston und auf sein Verhalten auswirken.


Podcast: Von ZeitOnline: Das Lexikon der Alltagstauglichkeit Bearbeiten

Inhalt:

Es handelte sich um den Versuch ein Lexikon zu entstehen zu lassen, in dem Alltagsgesten beschrieben werden. Das ganze wurde nur regional durchgeführt (in Berlin), da sich herausgestellt hat, dass manche Gesten in anderen Regionen unterschiedlich gedeutet werden. Zur Durchführung wurden zwei Laien-Schauspieler engagiert um verschiedene Gesten vorzuführen. Diese wurden dann auf Video aufgezeichnet und rund 2000 Berlinern gezeigt. Diese sollten dann beurteilen, welche Bedeutung sie hinter den Gesten vermuten. Dabei kamen teils überraschende Ergebnisse heraus, manche Gesten waren den Probanden durchaus geläufig (Masturbation, Stasi Orden), dennoch haben die Probanden geantwortet, sie würden diese Gesten nicht kennen. Der Podcast zeigte noch weitere Intersante Ergebnisse, die dann schließlich zur Diskussion geführt haben:

- „Wer sich unter Kontrolle hat, gestikuliert weniger“, heftiges gestikulieren wird meistens eher der Unterschicht zugeordnet, da man der „besseren“ Gesellschaft mehr Beherrschung zurechnet. Eine andere Möglichkeit ist es im ersten Schritt Gesten zu vermeiden und sie dann wiederum einzusetzen um sich interessanter zu machen.

- Man kann mit Gesten sehr gut provozieren, dennoch muss man genau wissen, wie man diese einsetzen kann.

- Gesten sind im Gegensatz zur Sprache emotionaler, spontaner und ungehemmter; sie artikulieren Sprache und eröffnet einen eigenen Kommunikationskanal.


Fazit: Bearbeiten

Oft nicht wahrgenommen, spielt die nonverbale Kommunikation eine sehr wichtige Rolle. Schon durch unbewusstes Handeln kommuniziert man. Auch Konsumverhalten sagt viel über einen Menschen aus. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man viel über einen Menschen lernen kann, indem man diesen einfach nur intensiv beobachtet.