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Interpersonale Kommunikation, Sitzung 1: Pierre Bourdieu: Was heißt Sprechen? Zur Ökonomie des sprachlichen Tausches. (Präsentation Karolina Kuta, Elena Riedel , SS 09, Gruppe C)


Pierre Félix Bourdieu
Bourdieu

Pierre Bourdieu

  • 1. August 1930 in Denguin

† 23. Januar 2002 in Paris

   -  franz. Soziologe
   -  Studium der Philosophie mit Agrégation
   -  diente 1958-1960 dem Militär
   -  ab 1961 Dozent an der Universität Lille
   -  ethnologische Studien in    
       Algerien
   -  gründete 1968 mit Raymond Arons, 
      das centre de sociologie européenne 
   -  Hauptwerk: Die feine  Unterschiede. 
      Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. 


Einleitung

„…[der] Umgang mit (…) Sprache, bei Saussure auf der Ausschließung jeder sozialen Variation gründend oder, bei Chomsky etwa, auf dem Vorrang, der den formalen Eigenschaften der Grammatik auf Kosten der funktionalen Zwänge eingeräumt wird“ muss überwunden werden. [S.37]


Sprechakt

„Jeder Sprechakt (…) ist eine bestimmte Konstellation von Umständen…“ [S. 41]

 Habitus  Sprachfähigkeit  Sprachlichen Markt


Der sprachliche Markt

„…Strukturen des sprachlichen Marktes, die sich als System spezifischer

  Sanktionen und Zensurvorgänge durchsetzen“ [S.41]

Interdependenz von Sender, Empfänger und dem sie umgebenden Raum


Mitteilung

„…die Tatsache, dass das sprachliche Produkt erst dann wirklich zur

 Mitteilung wird, wenn es (…) „dechiffriert“ wird.“ [S.42]

 Unterschiedliche Wahrnehmungs- und Bewertungsschemata (Interpretation)



Klassen

„Die Kommunikation zwischen Klassen (…) ist immer kritisch…“ [S.45]

 variierende Konnotationen  „lebensnotwendiges“ Minimum an Sprache



Macht

„Sprache (…) ist wohl das Medium par excellence des Traums von der absoluten Macht.“ [S.46]

 z.B. Sprache des Rechts als schöpferisches Wort, das dem, was es ausspricht, Existenz verleiht.


Offizielle Sprache

„Mit der Konstituierung des Staates werden auch die Bedingungen für die Konstituierung eines einheitlichen, von der offiziellen Sprache beherrschten sprachlichen Marktes geschaffen“ [S. 50]

Staatssprache als Norm und ‚Messlatte‘ Etablierung durch Pädagogen und Grammatiker Verdrängung von Jargon und Dialekt Bilingualismus



Verschriftlichung/Kodifizierung

„…das Wörterbuch, das (…) sämtliche (…) sprachlichen Ressourcen, insbesondere alle möglichen Verwendungen desselben Wortes zusammenträgt und dabei Verwendungen nebeneinanderstellt, die sich sozial fremd sind (…).“ [S. 53]

 „Universeller Code“


Bildungssystem

„ In diesem Prozess der Entwicklung, Legitimierung und Durchsetzung der offiziellen Sprache spielt das Bildungssystem eine entscheidende Rolle…“ [S.53]

Schule Verleihung akademischer Titel „Gesetzeskraft“



Herrschaft

„Jede symbolische Herrschaft setzt von Seiten der Beherrschten ein gewisses

   Einverständnis voraus…“ [S. 56] 

Sprachkapital  ‚Persönliche Wertsteigerung‘ und sozialer Aufstieg



Hierarchie

„Sprechen heißt, sich einen der Sprachstile anzueignen (…) die objektiv von ihrer Position in der Hierarchie der Sprachstile geprägt sind, deren Ordnung ein Abbild der Hierarchie der entsprechenden sozialen Gruppen ist“ [S. 60]

„strukturale Sprachsoziologie“


Kapital

„…Sprachkompetenz / kann als sprachliches Kapital / fungieren…“ [S.60]

 Sprachfähigkeit und Sprachkompetenz  Bildungsgrad


Distinktion

„…[die] Konkurrenz erzeugt einen ständigen Druck, der bei den Besitzern der

  sozial anerkannten Distinktionsmerkmale nur zu immer neuen 
     Distinktionsstrategien führen kann.“ [S. 70]

Kleinbürgerliche „Überkorrektheit“ Sinn für Seltenheitswert



Unbenannt


Ökonomie

Markt  „der sprachliche Markt“

Anbieter und Nachfrager  „Sprachproduzenten“ und - Empfänger

Mittel  „Sprache“ – „Sprachkompetenz“ – „Kapital“

Konkurrenz  „Distinktion“ – „Seltenheitswert“ – ‚Differenzierungsstrategie‘

Allgemeingültigkeit/ Verbindlichkeit  „offizielle Sprache“ – „universeller Code“



Schlusswort

Sprach-, Bildungs- und Sozialwissenschaften interdependent  sprachliche Differenzen sind Abbild der sozialen Differenzen

Sprachlicher Markt als Interaktionssystem

Offizielle Sprache („Hochsprache“) als allgemeinverständliches Medium

Sprachkompetenz als Sprachkapital  Hierarchie

„Ökonomie“



Dankeschö n